22.02.2019 / Artikel / /

Die Lösung liegt auf dem Tisch…

Von Zürich nach Glarus Süd in rund einer Stunde ist möglich! Politkolumne von Landrat Urs Sigrist vom 22. Februar 2019

Glarus Süd verfügt über wunderschöne Wohnlagen und tolle Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Doch diese Trümpfe liegen zum Teil brach, was zu den bekannten Schwierigkeiten führt: die Gemeinde verliert seit Jahren EinwohnerInnen und auch Arbeitsplätze. Damit sich dies ändert, braucht es ultimativ eine wesentlich bessere Erschliessung. Während wir strassenseitig (Umfahrungen, vor allem auch von Glarus) wohl noch viele Jahre auf eine Lösung warten müssen, liegt eine Lösung im ÖV auf der bestehenden Infrastruktur auf dem Tisch. Die Reisezeit der S25 von Zürich nach Ziegelbrücke (57 km) beträgt heute 43 Minuten, von Ziegelbrücke nach Linthal (27 km) 47 Minuten – eine gefühlte Ewigkeit. Diese Reisezeit innerhalb des Glarnerlandes könnte aber auf unter 30 Minuten reduziert werden. Wie?

Die CVP des Kantons Glarus hat dem Landrat am 11.02.2016 ein Postulat zur Prüfung des folgenden Konzeptes eingereicht:

  • die S6 und S25 werden ganztägig bis Linthal geführt (Halbstundentakt)
  • die S25 wird zum Schnellzug, welcher nur noch in den Knotenpunkten Näfels/Mollis, Glarus, Schwanden und Linthal (2x) hält. Optional auch in Luchsingen oder Mitlödi. So könnten die BewohnerInnen von Glarus Süd in rund einer Stunde stündlich nach Zürich gelangen und auch wieder zurück. Glarus Süd würde für Pendler aber auch den Tourismus wesentlich attraktiver
  • Das bereits bestehende Bussystem wird als Zubringer und Abnehmer der S25 umgebaut

Die teure Kreuzung in Luchsingen / Leuggelbach, welche wohl erst in 15 Jahren gebaut würde, wenn überhaupt, wäre nicht notwendig und die langen Zugsaufenthalte in Schwanden ebenfalls vorbei. Der heute komplizierte Fahrplan würde viel einfacher. Bauliche Massnahmen sind nicht notwendig!

Der Regierungsrat wollte bisher auf diesen Vorschlag nicht eintreten. Begründung: höhere Kosten und verschiedene Stationen würden durch den Schnellzug nicht mehr bedient, besonders in Glarus Nord und Glarus. Meine Meinung: der Ausbau des OeV muss als Investition in die Zukunft des Glarnerlandes betrachtet werden. Es gibt neue Entwicklungschancen nicht nur für Glarus Süd,  auch Glarus und Glarus Nord rücken näher (sprich schneller) an Zürich. So richtig teuer wird es erst, wenn Glarus Süd weiter stagniert und sich nicht wieder positiv entwickelt. Durch eine optimale Führung der Busse konzentriert auf die Bahnknotenpunkte und die S25 kann auch der zweite Punkt entkräftet werden. Wer es nicht glaubt, lese den detaillierten Vorstoss mit Fahrplanangaben und wer sagt, dies sei nicht machbar, melde sich bei uns. Und nicht zuletzt: dieser Vorschlag wäre sofort umsetzbar! Verlieren wir nicht weiter unnötig Zeit!

Glarner Nachrichten vom 22. Februar 2019